Anfertigung neolithischer Perlen

Allgemeiner Hinweis:

Diese Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur eine hypothetische Abhandlung gemäss den mir vorliegenden Materialien sein. Weiterhin könnte dieser Beitrag eigene Erfahrungen und Beobachtungen untermauern und ev. weitere Denkanstösse geben.

Änderungen vorbehalten.

Einleitung:

Bis zum heutigen Tag ist die Jahrtausende alte Liebe der Menschen zu schönen Perlen ungebrochen. Diese Faszination habe ich versucht an einer etwa 4000 Jahre alten Achatperle aus Afghanistan zu vermitteln.

Daher ist es verständlich, das die Menschen zu allen Zeiten mit großer Mühe und Zeitaufwand schöne Perlen hergestellt haben.

Dieser Beitrag soll auf die Mühe und Arbeit der alten Meister dieser Kleinode hinweisen, die in der Lage waren mit einfachsten Mitteln diese schönen Perlen herzustellen.

Werkzeuge

zur Herstellung von Perlen. Die abgebildeten Werkzeuge sind mit Sicherheit nicht vollständig. Zusätzlich wurden Schlägel aus Holz oder Knochen, Fassungen für die Bohrer, Pickwerkzeuge und Quarzsand , Sehnen und Fette um die ungeschliffenen Perlen aneinander zu reihen, u.a. verwendet.

Ansicht der Vorder- und Rückseite eines Perlenschleifsteines aus rotbraunem Sandstein. Alle mir bekannten Schleifsteine haben eine Größe, die man mit der Hand festhalten kann.

Abmessungen: 97x36 mm, Gewicht: 343 g

Bohrer- und/oder Pickwerkzeuggruppe aus Chalcedon.

Diese Werkzeuge wurden entweder direkt, oder mit einer Fassung aus Holz oder Knochen eingesetzt. Das sie zum Picken verwendet wurden, um die Perlenlöcher zu bearbeiten, ist and den abgestumpften Spitzen und den Perlenlöchern zu erkennen. Das Schlagkräfte auf die Bohrer direkt oder indirekt erfolgten, ist teilweise an den Absplitterungen der Bohrerenden zu erkennen.

Detailansicht verschiedener Bohrer/Pickwerkzeuge aus Chalcedon
Die Perlen

Allgemein:

Die Herstellung neolithischer Steinperlen aus der harten Chalcedongruppe, wie Karneol, Jaspis, Feuerstein (Silex), Achat u. a. erforderte große Erfahrung mit den Eigenarten der Materialien.

Grundvoraussetzung für die Herstellung einer Steinperle war:

Es durfte nur einwandfreies, homogenes Material, ohne (Mikro-)Risse und Materialeinschlüsse und/oder- Verunreinigungen verwendet werden.

Das festzustellen war zur damaligen Zeit sicherlich nicht einfach, doch bei guten Lichtverhältnissen und einer Abschlagprobe konnte ein erfahrener Handwerker das Material sicherlich schon recht gut vorselektieren.

Gruppe Perlenrohlinge aus Karneol. Die Perlenrohlinge sind grob zugeschlagen und werden nun mit den Bohrungen versehen. Dabei wurde in diesem Fall die Picktechnik angewendet.

Abmessungen:

ca. 19x15 mm

Vorgepickte Perlenrohlinge.

Die Pickarbeit wurde beidseitig ausgeführt, der Durchbruch ist bei diesen Rohlingen noch nicht vorhanden.

Ansicht A

Vorgepickte Perlenrohlinge

in unterschiedlichen Bearbeitungsphasen. Bei diesen Rohlingen handelt es sich um Ausschuss, da bei der Bearbeitung unkrontollierte Absplitterungen auftraten, es sich also um Material mit Mikrorissen oder Inhomogenitäten handelte.

Ansicht B

Vorgepickte Perlenrohlinge

Interessant ist der Rohling oben rechts, der mittig den ersten Pickschlag aufweist, heller Punkt in der Mitte.

Detailaufnahme eines vorgepickten Perlenrohlings
Perlenrohlinge in unterschiedlichen Herstellungsphasen.

Gut zu erkennen sind die retuschierten Ränder, um die einzelne Perle auf die annähernde Größe zu bringen.

Unterschiedliche Ansicht eines Perlenrohlings mit fertiger Bohrung. Bevor man mit dem Schleifprozess begann, wurde das überschüssige Material so weit wie möglich durch Randretuschierung abgetragen. In dieser Phase waren die Stirnflächen bereits vorgeschliffen.
Verschiedene, fast fertige Perlenrohlinge, an denen noch die feinen Retuschierbahnen zu erkennen sind.
Nach all der harten Arbeit, das fertige Produkt!

DIE PERLE!

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