Informationen zu Repliken - Fälschungen


HINWEIS:

Grundsätzlich werden von He-Artefakte nur prähistorische bzw. ethnologische Originale angeboten, sollte es in Einzelfällen anders sein, so wird extra darauf hingewiesen.

Doch zu dem Thema Repliken-Fälschungen ein Wort zur Information und Vorsicht!

Allgemein:

Bei dem Begriff Fälschung sollte erwähnt werden, daß eine ordnungsgemäß gekennzeichnete Replik seinen Platz bei einem Sammler / Museum hat, da Originale oft schwer zu erhalten, zu teuer sind, oder aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich ausgestellt werden können.
Auch die Restauration eines Artefaktes ist eine anerkannte Praxis, solange der Erwerber davon in Kenntnis gesetzt wird.
Um Mißverständnissen vorzubeugen soll hier eine klare Definition einer Fälschung abgegeben werden:
Eine Fälschung liegt nach Meinung von He-Artefakte vor, wenn ein Artefakt ungekennzeichnet und mit einer intensiven Behandlung ein altes / prähistorisches Aussehen erhält und man somit bewußt getäuscht wird, was Alter und Herkunft betrifft und ein Erwerber hierüber im unklaren gelassen wird.

Nur diese Art Artefakte werden in den folgenden Zeilen als Fälschungen bezeichnet.

Sammlergrundsatz:
Je schöner, größer und unbeschädigter ein Artefakt aussieht, desto genauer
sollte es beim, bzw. vor, dem Erwerb untersucht werden!

Replik einer "Dovetail" aus USA. Abmessungen  129 x 47 x 7 mm. Artefakt wurde vor 10-15 Jahren in Deutschland mit Echtheitsgarantie verkauft.

Warum muß über dieses Thema überhaupt gesprochen werden? Viele sammeln ihre Artefakte selbst und damit ist das  Problem nicht relevant.

Doch muß man zugeben, daß man  heute immer seltener gute Artefakte findet, denn dort wo vorhandenen, sind sie durch die Bewirtschaftung von Kulturlandschaften oft von Ackerwerkzeugen zerstört worden. Weiterhin hat nicht jeder die Zeit sich selbst die Artefakte zu suchen. Auf der anderen Seite ist das Sammeln von Artefakten bestimmten rechtlichen Erfordernissen unterworfen, die nicht jeder erfüllt.

Die meisten Artefakte die sich in heutigen Sammlungen befinden, sind oft um die Jahrhundertwende, bis in die 1950-60 iger Jahre, gefunden worden. Diese Sammlungen und Artefakte daraus, werden heute teilweise zum Erwerb für erfahrene Sammler und  auch Nachwuchssammler angeboten. Hier eröffnet sich die Möglichkeit für einen Sammler ein Artefakt oder Artefakte zu  erhalten für die mancher Sammler ein ganzes Leben lang gesucht hat. Doch immer öfter steht man heute vor der Frage, ob ein  Artefakt prähistorisch ist oder nicht, daher ist es schon angebracht, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. 

Was wird gefälscht?

Da sich in den letzten Jahren das Interesse an archäologischen Artefakten merklich verstärkt hat, ist auch das Problem der Fälschungen angestiegen und alles was sich in diesem Bereich verkaufen läßt wird auch rezent hergestellt. Wobei ein rezent hergestelltes Artefakt nicht immer bewusst als Fälschung hergestellt sein muß, sondern erst später, oft nach Jahren, über mehrere Hände als solches auf dem Sammlermarkt erscheinen mag. 

Dabei ist zu berücksichtigen, daß es nicht immer die auffälligen und teuren Artefakte sind die gefälscht werden, da diese oft vor dem Erwerb von verschiedenen Experten genau auf ihre Echtheit geprüft und untersucht werden. Darüber sind sich auch Fälscher im klaren, und daher ist es oft die Masse der Artefakte die gefälscht wird, da diese aufgrund der niedrigeren Preise oft ohne vorherige Prüfung erworben werden.

Weiterhin können moderne Flinthandwerker genauso gut, wenn nicht gar besser als die prähistorischen Menschen, Flintwerkzeuge in kurzer Zeit kopieren und herstellen. Sie sind in der Lage diese Werkzeuge so zu behandeln, daß sie sehr alt aussehen  und mit bloßem Auge von prähistorischen nicht zu unterscheiden sind.  Aus diesem Grund ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, echte von unechten Artefakten zu unterscheiden. Nur lange Erfahrung und die richtige Ausrüstung können hier Abhilfe schaffen.

Wie wird gefälscht und auf welche Bereiche eines Artefaktes muß man besonders achten:

Es können im Prinzip zwei Arten von Fälschungen unterschieden werden:

1.) Das komplette Artefakt ist gefälscht.

2.) Ein echtes Artefakt ist in Teilbereichen gefälscht, nachgearbeitet oder verändert.

Zu Punkt 1:
Das komplette Artefakt ist gefälscht.

Komplett gefälschte Artefakte sind bei etwas Erfahrung relativ leicht zu erkennen. Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen, da heute erfahrene Fälscher mit mechanischen und chemischen Mitteln bis hin zu künstlichem Gebrauchsglanz alles unternehmen, um ein Artefakt so authentisch wie möglich wirken zu lassen. Mit einer 10-fach Lupe kann man schon ein Großteil erfolgreich prüfen, sie ist dabei ein unverzichtbares Werkzeug, das jeder Sammler beim Erwerb zur Prüfung dabei haben sollte.
Professionell gefälschte Artefakte sind nur mit langer Erfahrung und einem Hochleistungsmikroskop zu identifizieren. Der Sammler sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, daß es bei einigen wenigen Artefakten keine 100% ige Sicherheit der Echtheit gibt, es sind sogenannte fragliche Artefakte, fraglich ob echt oder gefälscht. In diesem Fall sollte folgender

Sammlergrundsatz gelten:
Wunschdenken ausschalten, nicht als authentisch erwerben, ein fragliches Artefakt gehört nicht in eine Sammlung oder es sollte als Replik gekennzeichnet werden!

Dolchreplik aus Dänemark

Gruppe von Pfeilspitzen, mit rezenten Nacharbeitungen der Zähnung und Basis, sowie komplette Neuanfertigungen.
Zu  Punkt 2:
Ein echtes Artefakt ist in Teilbereichen gefälscht, nachgearbeitet oder verändert worden.

Da die meisten Artefakte zerbrochen gefunden werden, werden diese gerne von Fälschern mit neuer Basis oder Spitze versehen. Daher ist diese Art Fälschung schwerer zu erkennen, weil  das Artefakt  oft auf den ersten Blick echt aussieht und man die Veränderung nicht sofort bemerkt. Worauf sollte man achten?
Grundsätzlich: Je schöner und unbeschädigter ein Artefakt ist, desto aufmerksamer sollte man es vor dem Erwerb begutachten.
Nacharbeitungen kann man oft schon unter guter Beleuchtung, gegen das Licht betrachtet, erkennen und die bereits erwähnte 10-fach Lupe ist in diesen Fall unverzichtbar.
Kritische Bereiche sind die Spitze und die lateralen (seitlichen) Kanten in diesem Bereich. Weiterhin die Basis mit eventuellen Einkerbungen. Die Aufwertung von Artefakten ist ebenfalls sehr verbreitet. Eine abgebrochene prähistorische Beilklinge erhält eine neue Basis, oder die ausgebrochene Schneide einer Beilklinge wird nachretouschiert oder nachgeschliffen, damit das Artefakt wieder komplett aussieht.
Eine einfache dreieckige Pfeil- oder Speerspitze erhält laterale (seitliche) Einkerbungen im Basisbereich.
Besonders achtsam sollte man bei gezähnten Pfeil- und Speerspitzen sein, da die Zähnung eine beträchtliche Aufwertung des Artefaktes darstellt, jedoch sehr oft rezent angebracht wurde.

 
Echte Speerspitze mit rezent bearbeiteten lateralen Einkerbungen zur Aufwertung des Artefaktes. Abmessungen: 60 x 22 x 6 mm

Restaurierungen von Artefakten

Die Meinungen über die Restaurierung von Artefakten mögen unterschiedlich sein. Dessen ungeachtet ist es eine weit verbreitete und allgemein anerkannte Methode in allen Bereichen der Archäologie. Besonders wertvolle Artefakte, wie große Speer- Peilspitzen oder Dolche, rechtfertigen sicherlich eine Restauration, um sich das komplette Artefakt besser vorstellen zu können.
In den Bereich der Fälschung fällt automatisch ein restauriertes Artefakt, wenn dieses  in den Unterlagen nicht dokumentiert und der Erwerber darüber in Unkenntnis gelassen wird.
Hier wäre auch die Ausrede, es selbst nicht bemerkt zu haben, recht unglaubwürdig.

Achtung!
Auch Fälscher sind sich des psychologischen Aspektes bewußt, das ein restauriertes Artefakt an sich nicht gefälscht sein kann, daher wird ein unbedeutendes Teil an der rezenten Kopie herausgebrochen und restauriert.
Später beim Verkauf wird diese Restaurierung besonders hervorgehoben, um somit die Echtheit des Artefaktes zu dokumentieren.

Beispiel einer kleinen Restaurierung an einem sehr schönen prähistorischen Artefakt aus der Sammlung He -Artefakte. 
Typ: Smith Spitze 
Fundort: Branch County, Michigan, USA. 
Kulturstufe, Zuordnung: Middle Archaic, 7.000 - 4.000 B.P. 
Abmessungen: 135 x 72 x 12 mm. 
Eine Restaurierung die man bei diesen schönen Artefakt sicherlich tolerieren kann.
Sicherlich kann es mal passieren, daß ein teures Sammlerstück zerbricht, das ist an sich schon ärgerlich genug. Das Artefakt wird nun, soweit dies möglich ist, fachmännisch geklebt, manchmal so fachmännisch, das erst eine mikroskopische Untersuchung den Schaden erkennen läßt. Der Wert des Artefaktes ist jedoch drastisch gesunken, es ist nun restauriert und muß entsprechend gekennzeichnet werden.
Hier setzt die Problematik ein. Wird dieses Artefakt als unbeschädigt verkauft, fällt es automatisch in den Bereich der Fälschungen, da der Käufer über den wirklichen Zustand im unklaren gelassen wird.
Zur Kontrolle sollte man ein Artefakt, das man erwerben möchte, unter eine helle Beleuchtung halten und gegen das Licht betrachten, meistens glänzen bzw., spiegeln sich die Klebstoffreste im Licht.
Anhand des klassischen Beispiels der unten abgebildeten Clovis Spitze soll gezeigt werden, wie aufmerksam man Artefakte begutachten sollte die man erwerben möchte.
Beispiel einer fachmännisch ausgeführten Klebung an einem prähistorischen Artefakt aus der Sammlung He-Artefakte:

Das Artefakt wurde als unbeschädigt angeboten. Bei der Untersuchung durch He-Artefakte unter dem Mikroskop  wurde die Klebung entdeckt.

Typ: Klassische Clovis Spitze

Fundort: Brown County, Ohio, USA. 

Kulturstufe, Zuordnung: Early Paleo, 15.000 - 9.000 B.P.

Abmessungen: 81 x 31,5 x 9 mm. 

Die Klebung kann man bei diesen schönen Artefakt sicherlich tolerieren, sollte aber dokumentiert werden.


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